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 ...und willst vielleicht mehr darüber wissen? Interessant sind die Geschichten über die Entstehung des Paintballs, die natürlich alle in den USA ihren Ursprung haben. Die schönste finde ich jene von den Cowboys, die mit primitiven Farbmarkieren ihre Kühe markieren mussten und aus reinem Fun irgendwann damit anfingen, sich in ihren Pausen gegenseitig mit Farbkugeln zu beschießen. Und das hat die Runde gemacht, weil es soviel Spaß brachte.
 
Bis Mitte der 90er des letzten Jahrhunderts kam "Gotcha" auch in Deutschland bei einer kleinen Randgruppe in Mode. Das Spiel konnte hier aber mehr oder weniger nur illegal gespielt werden, weil es noch keine Spielfelder oder dafür vorgesehene Gelände gab, geschweige denn einen Markt. Nur einige Freaks, die ihrer Lust daran frönten und sich das Zubehör "irgendwoher" besorgen mussten. Selbst so etwas wie Schutzmasken waren völlig unbekannt und die Markierer schossen mit einer Geschwindigkeit weit jenseits der 300 fps (feeds per second = Austrittsgeschwindigkeit des Paintballs beim Verlassen des Laufs - heute sind 217 fps alsHöchstgrenze vorgeschrieben).
 
Erst Mitte der 90er erfand der Franzose Laurent Hamet die so genannten Sup-Air-Deckungen, die es ermöglichten, auf einem begrenzten Spielfeld Paintball zu spielen, ohne sich im Wald zu verirren oder die Knöchel an einer Wurzel zu verstauchen. Damit veränderte sich das ganze Gesicht des Spiels. Es wurde plötzlich sehr schnell und teamorientiert. Neue Regeln mussten her, neues Equipment wurde benötigt. Und so entwickelte sich mit dem Markt auch die Nachfrage, da sich rasent schnell immer mehr Spieler fanden.
 
Aber wieso ist Paintball anders? Nun, Paintball ist heute ein Sport, bei dem Taktik, Schnelligkeit und Teamgeist genauso im Vordergrund stehen, wie bei anderen Mannschaftssportarten. Aus der anfänglichen Spaßgemeinde hat sich eine große Fangemeinde entwickelt, die organisiert sein wollte. Daraus entstanden denn auch bald Institutionen wie die XPSL Paintball Liga, eine 2. Bundesliga sowie zahlreiche Regionalligen, in denen jeweils um Auf- oder gegen Abstieg gekämpft wird. Und alle spielen nach einem einheitlichen Regelwerk in Turnieren wie der Deutschen und der Europameisterschaft. Heute gibt es darüber hinaus auch schon einige Spielfelder, auf denen auch das freizeitmäßige Spielen jedem Interessierten oder Funspieler erlaubt ist, der oder die mal eine ganz besondere Herausforderung sucht.
 
Ziel des Spiels: bei regelkonformen Turnieren treten zwei Mannschaften, bestehend aus drei, fünf oder 7 Teammitgliedern auf einem genau fest gelegten Spielfeld gegeneinander an. Die Spielfläche besitzt zahlreiche Hindernisse (die Sup-Air-Deckungen) in verschiedenen Formen, die die Spieler als Deckung benutzen können. Die Spieldauer eines Durchgangs ist meist auf 5 - 8 Minuten beschränkt, aber jeder, der sich schon mal auf ein Spielfeld gewagt hat, wird bemerkt haben, dass es selten zu längeren Begegnungen kommt.
Ziel der Mannschaften ist es, an die Fahne des Gegners, die sich an der jeweiligen "Base" befindet, heran zu kommen und sie nach Möglichkeit auch zur eigenen Base zurück zu bringen, ohne markiert worden zu sein. Hierbei gibt es allerdings noch viele Varianten, wie etwa das Erobern einer Flagge, die im Zentrum des Spielfeldes steht und dergleichen mehr...
 
Selbstverständlich hat sich mit dem Fortschreiten der Entwicklung des Sports und seiner Zugänglichkeit für eine breite Masse auch der Anspruch an die Technik gravierend verändert. Heutige Markierer bieten höchste technische Standards bis ins Detail. Aber nicht nur technische Standards werden zunehmend wichtiger, sondern auch die Ansprüche der Spieler an ausgefeilte Designs. Doch dabei bleibt es nicht: die Herstellung von Paintballs ist ebenso eine Wissenschaft für sich, da Sommer- und Wintereinflüsse sich erheblich auf die Eigenschaften einer solchen Farbkugel auswirken können, also ob sie z.B. zu früh im Lauf des Markierers, im rechten Augenblick beim Auftreffen oder vielleicht im schlechtesten Fall gar nicht aufplatzt. Dementsprechend hat sich auch die Kleidung verändert. Schutzbekleidung steht heute grundsätzlich beim Paintball im Vordergrund. Die falsche Maske rutscht oder drückt, das Glas beschlägt, die Kommunikation ist schlecht. Außerdem muss sie aber noch gut aussehen. Das gleiche gilt für die Spieler-kleidung: eine gute Polsterung fördert sicheres Sliden in den Deckungen, atmungsaktiv sollte sie auch sein, bequem am Körper zu tragen ebenfalls. Und, wie sollte es anders sein: neben der Funktionalität muss das Design stimmen!
 
Woraus eine Ausrüstung bestehen sollte und was sie kostet ist im Wesentlichen eine Frage des eigenen Geschmacks, der eigenen Ansprüche und eine Frage der Intensität, mit der man den Paintball-Sport betreiben möchte. Grundsätzlich gilt dabei: je mehr Du in eine gute Ausrüstung investierst, desto mehr Spaß wird dir der Sport machen, weil du sicherer bist. Wenn Du Funspieler bist und bleiben willst, reicht eine Dreckhose, vielleicht Knie- und Ellbogenschoner, eine Maske, gute Turnschuhe und ein durchschnittlicher Markierer. Wenn Du allerdings regelmäßig spielen und dich richtig reinhängen willst, sollte es schon eine gut gepolsterte Schutzkleidung inklusive einer Maske mit Thermalglas sein, das nicht gleich beim ersten Mal beschlägt, wenn Du außer Atem gerätst. Handschuhe und Kopfbedeckungen können ebenso sinnvoll sein. Auch ein Markierer, der dich nicht so schnell im Stich lässt, schnell und präzise ist und ein schneller Hopper, der mit deiner Schußfrequenz mithalten kann, ohne die Bälle noch vor dem Lauf zu zermatschen, sowie genügend Druck in deinem Luftsystem, um auch längere Spielphasen intensiv durchzuhalten, sind dann durchaus angebracht. Man kann also mit nur gut 500 - 600 Euro hier und da mal spielen und sich auch einem Team anschließen, man kann aber auch locker 2000 Euro für eine gute Ausrüstung hinlegen. Dazwischen ist alles möglich. Und was man will, merkt man in der Regel erst, wenn man mal damit angefangen hat...
 
Das muss dann jeder für sich selbst entscheiden.
 
Be fast, - be furious!...
paintball-sports.eu